Nicht beklagen, sondern machen! Meine Gedanken zur Waldzustandserhebung 2023

Am 13. Mai wurde die Waldzustandserhebung 2023 veröffentlicht, die umfangreichen Schäden durch den Klimawandel sowie vermehrt auftretende Stürme, längere Trockenheitsperioden, den Borkenkäfer und Waldbrände aufzeigt. Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund. Die Gesamtschäden sind enorm, und je nach Baumart ist entweder keine oder nur eine geringfügige Verbesserung feststellbar. Insbesondere der hohe Blatt- und Nadelverlust bereitet mir Sorgen.

Es ist an wichtig anzuerkennen, dass neue Regulierungen und ein erneuter Aufbau von Bürokratie uns nicht weiterbringen werden. Meiner Ansicht nach sollten sowohl der Bund als auch die Länder die Wiederbewaldung und die Transformation hin zu klimastabilen Wäldern weiterhin und verstärkt finanziell unterstützen. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass die Waldbewirtschaftung in Deutschland nicht an diesem Zustand schuld ist. Die Waldwirtschaft gerade in Deutschland hat ein riesiges Potenzial und ist ein großer Helfer im Kampf für gesunde Wälder.

Der Klimawandel stellt eine der größten Bedrohungen für nachhaltige und widerstandsfähige Wälder dar. Aus diesem Grund sollten wir von neuen Regulierungen, die im Rahmen des Bundeswaldgesetzes entstehen, Abstand nehmen. Zudem bin ich dafür, dass wir die aktuellen Förderprogramme und Subventionen überarbeiten und zielgerichtet gestalten. Spontane Streichungen der Gelder für die Wiederaufforstung, wie sie in NRW geschehen sind, nachdem wir diese Studienergebnisse haben und wissen, wie es um unseren Wald steht, sind unverantwortlich.

Was ist die Waldzustandserhebung eigentlich?

In Deutschland spielt die Waldzustandserhebung eine entscheidende Rolle im Rahmen des forstlichen Umweltmonitorings. Ziel dieses umfassenden Prozesses ist es, kontinuierlich Daten zur Gesundheit und Verfassung der Wälder zu sammeln, um somit die Auswirkungen des Klimawandels, von Schädlingen, Krankheiten und Umweltverschmutzung auf diese lebenswichtigen Ökosysteme genau zu erfassen und zu bewerten. Durchgeführt wird die Datenerhebung auf der Ebene der einzelnen Bundesländer, was eine detailreiche und regional spezifische Datengrundlage ermöglicht. Diese regionalen Daten sind wichtig, da sie die Besonderheiten und Zustände der Wälder in den verschiedenen Teilen Deutschlands widerspiegeln.

Im Rahmen der Waldzustandserhebung finden neben den grundlegenden Übersichtserhebungen auch gezielte Intensivmonitorings auf ausgewählten Beobachtungsflächen statt. Diese speziellen Flächen erlauben einen Überblick der spezifischen Ökosystemkomponenten und -prozesse und ergänzen somit die gesammelten Daten um wertvolle Detailinformationen. Diese Intensivuntersuchungen tragen maßgeblich zum Verständnis der vielschichtigen ökologischen Zusammenhänge bei.

Die Koordination und länderübergreifende Auswertung dieser umfangreichen Datensätze obliegt dem Bund, wobei das Thünen-Institut in Eberswalde mit seinem Institut für Waldökosysteme eine zentrale Rolle spielt. Hier werden die Ergebnisse aus den verschiedenen Bundesländern zusammengeführt, ausgewertet und durch wissenschaftliche Studien ergänzt. Diese koordinierte Analyse bildet eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung von politischen und forstwirtschaftlichen Strategien.Ergänzend wird in Deutschland jährlich eine Bodenzustandserhebung durchgeführt. Diese ist essenziell, um auch Veränderungen im Boden, die sich direkt auf die Gesundheit der Wälder auswirken können, kontinuierlich zu erfassen und zu analysieren.

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